Lieber Lukas Hausendorf, schade dass dein Bericht über die Gemeindeversammlung im Wochenblatt so einseitig ist. Das klingt ja, als wärst du mit einer Seite stark verbündet. Einseitig ginge ja noch, aber falsch geht eigentlich nicht: du schreibst, wir (die SP) hätten uns für das “alte Wahlverfahren” (nämlich das Proporzwahlverfahren) stark gemacht, dabei ist eben gerade dieses das neue Verfahren, das das alte Majorzsystem abgelöst hat, weil man ein gerechteres, demokratischeres System wollte, indem auch kleinere Parteien und Gruppierungen eine Chance haben. Aber eben, es ist komplizierter und deshalb auch so einfach umzuwerfen, weil es schwerer zu verstehen ist. Ich fände es gut, wenn du als Journalist da ein bisschen genauer und auch neutraler wärst.

5 Antworten zu “Einseitiger Bericht im Wochenblatt”
  1. mighty mouse sagt:

    Na denn – warum so überrascht? Die Affinität einzelner Exponenten des Wochenblattes ist doch kein Geheimnis…. man fragt sich eher, warum das Wochenblatt als mehr oder weniger neutrales Informationsmedium solche Berichte überhaupt zulässt…

  2. lukas hausendorf sagt:

    Gegendarstellung

    Es mag ja sein, dass das Majorz-Verfahren das historisch ältere ist, das spielt aber im Kontext der Berichterstattung keine Rolle. Auf das Geschäft der letzten Gemeindeversammlung angewandt, ist das Proporzsystem das bisherige Wahlverfahren für den Gemeinderat. Somit wird es synomym als “altes” bezeichnet, wogegen das neue das Majorz ist. Merke: Die Zeitachse ist hier sehr verkürzt worden (auf was war gestern und was ist morgen) und berücksichtigt die historischen Fakten nicht. Das ist nicht zuletzt eine Platzfrage. Hätte ich in der Berichterstattung auf die historischen Fakten verwiesen, wäre es tatsächlich falsch zu behaupten, die SP habe sich für das “alte” Wahlverfahren stark gemacht. Den Vorwurf der SP eine falsche Position unterzuschieben weise ich also zurück.

    Ebenso weise ich den Vorwurf der Einseitigkeit zurück. Der Inhalt meines Artikels soll primär das Ereignis Gemeindeversammlung so wiedergeben, wie es sich zugetragen hat. Wenn also die Merhheit der anwesenden StimmbürgerInnen dem bürgerlichen Lager zugerechnet werden können (was sich in den Stimmverhältnissen spiegelt), dann darf das getrost so wiedergegeben werden. Es war ja in der Tat klar, dass sich das bürgerliche Begehren im Falle des Majorz-Vorstosses erwartungsgemäss durchgesetzt hat. Das ist nicht einseitig, das ist eine nachweislich korrekte Einschätzung.

    Der Bericht als solches ist daher kaum “Einseitig”. Er wiederspiegelt lediglich die Tatsachen. Meine persönliche politische Einstellung (ich bin bei keiner Partei Mitglied) hat darauf keinen Einfluss.

  3. lukas hausendorf sagt:

    Anmerkung

    Die obigen Aussagen sind meine persönliche Stellungnahme und wurden nicht mit dem Wochenblatt für das Birseck und Dorneck abgesprochen und sind folglich auch nicht als Gegendarstellung der Redaktion zu verstehen.

  4. Anet Spengler sagt:

    Lieber Lukas

    Ja, ich verstehe schon, dass du in einem solchen Artikel das Gewicht so verteilst, wie es etwa den Stimmenverhältnissen entsprach. Beim Traktandum Domizil für die Bürgergemeinde war jedoch die Betonung des Widerstandes gegen diesen Antrag in deinem Artikel auch sehr deutlich und ausführlich, obwohl ja dieser Widerstand auch bei Weitem keine Mehrheit gefunden hat. – Nun ja, es gibt ja wieder Gelegenheiten, über politische Verfahren zu diskutieren; das Thema Proporz – Majorz ist ja noch nicht vom Tisch. Wie wäre es , im Wochenblatt mal eine “pro und contra”- Seite dazu zu bringen? Ich denke, das Thema wäre wichtig genug.

  5. lukas hausendorf sagt:

    Liebe Anet

    Die Gegner des Bürgerhauses waren ja auch die lautesten. Die Redezeit stimmt natürlich nicht mit dem Stimmverhältnis überein, aber die Gegner haben ja bereits im Vorfeld am meisten Staub aufgewirbelt. Dem muss Rechnung getragen werden, so ist das nun mal. Über eine Pro/Contra-Seite musst du mit dem Chef verhandeln, er sagt, was geht und was nicht.

  6.  
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